Schwierige Bibelstelle: Jes. 53,10

WIE KANN ES GOTT GEFALLEN,
JESUS ZU ZERSCHLAGEN?

An dem Tag, als meine Tochter Letícia geboren wurde, hat mich Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, etwas Kostbares und Wertvolles verstehen und fühlen lassen. Dies steht unmittelbar in Verbindung mit den schwierigen Worten aus Jesaja 53,10. Dort steht über Gott und seinen "Knecht" (Jesus):

WhatsApp Image 2019-06-16 Letícia Fondello de Lima

 „Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden.“
(Schlachter 2000)

Ich habe schon öfter gehört, wie Menschen mit tiefer Entrüstung sagten:

"Wie kann es sei, dass Gott seinen Sohn leiden ließ?“

Oder:

"Ich verstehe nicht, warum Gott seinen Sohn zur Erde gesandt hat, damit er qualvoll stirbt!“

Das erste Mal hörte ich dies zu der Zeit, als ich mich taufen ließ. Eines Tages traute ich mich, die befreiende Botschaft von Gottes Liebe meiner Mama zu erzählen. Ich muss zugeben, dass es mir sehr schwer fiel. Denn ich war geistlich gesehen noch ein Baby und wusste nicht wirklich, wie ich von Gott und Jesus erzählen sollte.

Als ich fertig war, fragte ich meine Mama: “Hast du verstanden, Mama?“ Als Antwort bekam ich zu hören: "Ich verstehe es nicht, wie Gott seinen Sohn sterben lassen konnte. Und warum in aller Welt musste er an meiner Stelle sterben?“ Als Baby im Glauben war es wirklich nicht leicht, hierauf eine Antwort zu geben. Aber Gott sei Dank! Er half mir mit viel Weisheit, ihr auf diese Frage zu antworten. Mittlerweile ist meine Mama gläubig geworden und Gott gab mir das Privileg, sie zu taufen.

Das letzte Mal hörte ich diese schwierige Frage zwei Wochen vor Letícias Geburt. Eine Glaubenschwester erzählte mir, dass sie beim Lesen ihrer Bibel zu diesem Vers kam und erst einmal nicht mehr weiterlesen konnte. Sie fragte mich: Was bedeutet es, dass es Gott gefiel Jesus zu zerschlagen? Obwohl ich ihr nach meiner inneren Überzeugung darauf antwortete, verstand ich zu dem Zeitpunkt noch zu wenig von der unbegreiflichen Tiefe des Herzens Gottes. Bei der Geburt meiner Tochter zeigte mir Gott etwas davon, wie groß sein Herz ist.

Ich fing an, die unbeschreibliche Liebe und Hingabe des Vaters nicht nur mit dem Verstand zu ergreifen, sondern auch tief in mir zu spüren.

In den Stunden nach der Geburt reflektierte ich über das, was bei der Geburt passiert war. Und mein Verstand realisierte so allmählich, dass ich jetzt endlich Papa bin. In diesen Stunden führte Gott mir das Leiden und die Mühen meiner Frau Nadine, sowie meinen eigenen Schmerz noch einmal vor Augen. Er verglich Nadine mit Jesus, und Gott, den Vater, mit mir. Dieser Vergleich fuhr mir durch Mark und Bein:

Die Stunde von Nadine war gekommen. Die Wehen der Geburt hatten eingesetzt. Es war schmerzhaft, obwohl wir wussten und glaubten, dass es möglich war, eine schmerzfreie Geburt zu haben. Doch die Wehen waren notwendig, um das Kind zu gebären. Ich, als Vater, konnte nur dabei stehen. Ich konnte ihr die Schmerzen nicht abnehmen! Ich musste mit ansehen, wie meine Frau die Schmerzen und Anstrengungen durch litt. Bis zum Ende! Denn ich wusste: Jetzt, so mittendrin, durfte sie auf keinen Fall aufgeben!

Ich sah zwar ihr Leiden, spürte aber gleichzeitig eine tiefe Freude.

Auf der einen Seite war es für mich unerträglich, meine Frau so kämpfen und leiden zu sehen, so dass ich um sie weinte. Doch auf der anderen Seite war ich überglücklich und wollte nicht, dass sie aufgibt. Wie kann das sein? Was für ein Ehemann bin ich? Ach Gott!!! Diese Erkenntnis ist so krass!

Lesen wir doch noch einmal die Stelle aus Jesaja 53,10. Aber dieses Mal auch noch den Teil, der im Anschluss steht. Denn dann sehen wir, dass sich Gott nicht über das Leiden von Jesus freute, sondern viel mehr über das, was daraus entstand:

„Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des HERRN wird in seiner Hand gelingen.“
(Jesaja 53,10, Schlachter 2000)

Ja! Ich ließ es zu, dass meine Frau litt. Und ja, ich litt auch mit ihr. Aber es hat mir gefallen, dass ihre Stunde
gekommen war. Denn dadurch haben wir unseren Nachkommen gesehen. Die Tage unserer Familie wurden verlängert und das Vorhaben des Herrn wird in unserer Hand gelingen: Denn Letícia wird viel weiter mit Jesus gehen, als meine Frau und ich jemals gehen werden. So wurde es über sie prophezeit! Und das glauben wir.

Ja! Gott ließ Jesus leiden, weil er wusste, was daraus folgen würde. Jesus sollte Nachkommen bekommen, die noch größere Werke tun würden, als er es getan hatte. Und es sollten viele, ja sehr viele Nachkommen werden. Halleluja!
Wenn sich Jesus nicht geopfert hätte, so hätte es keine Nachkommen gegeben. Wir alle wären immer noch tot in unseren Sünden. Wir wären immer noch von Gott getrennt. Doch das war nicht die Absicht unseres Gottes. Die Bibel ist voll mit Weissagungen über Jesus, die das zum Ausdruck bringen:

„Ihr erkennt überhaupt nichts, und ihr bedenkt nicht, dass es für uns besser ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt, als dass das ganze Volk zugrunde geht!"
(Johannes 11,49-50 / Kontext Verse 47-53; Schlachter 2000)

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.
( Johannes 12,24; Schlachter 2000)

Ja, es hat Gott gefallen, die Folgen aus dem Leiden von Jesus zu sehen, nämlich uns! Wir, seine Nachkommen, haben die Tage von Jesus verlängert und lassen das Vorhaben Gottes in der Hand von "JESUS IN UNS" gelingen.

Wie weise bist du, mein Gott! Ich preise dich und bete dich an!

Thiago_mit_Leticia_2019

Dann wurde das Baby an die Brust meiner Frau gelegt. Und zum ersten Mal haben wir zusammen Letícia berührt. Nadine strahlte und war überglücklich. Die neun Stunden Kampf, Mühe und Leiden waren vollkommen vergessen.

Und auch ich hatte alles vergessen. Denn ein neues Leben war geboren! Mein Kind, meine Tochter LEBT!

„Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“
(Jesaja 53,11; Schlachter 2000)

Ist Gott nicht absolut krass? Das Leiden seines Sohnes war nie sein Fokus. Er sah weiter! Er sah dich und er sah mich! Er sah sein Volk, welches für ihn lebt. Jetzt, da Jesus sich geopfert hatte, konnten die Menschen neu geboren werden! Für ihn, den Vater! Nur so konnte der Vater sein geliebtes Volk zu sich rufen.

Und Jesus? Der Vater wusste, wie es ausgeht. Er wusste, dass Jesus nicht tot bleiben würde. Im Gegenteil: Er wusste, dass Jesus seine Lust sehen und die Fülle Gottes in sich haben würde.
Jesus ist AUFERSTANDEN und er lebt!!!

Ach, mein Gott! Das wolltest du von Anfang an.
Gepriesen sei dein Name in alle Ewigkeit!
Es hat dir gefallen, dass wir alle
durch den Tod und die Auferstehung
deines Sohnes Jesus
nun frei leben dürfen.

Thiago Fondello de Lima, Gießen, 01.07.2019

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