Lehre uns beten

Als einer der Jünger Jesus bat: „Lehre uns zu beten.“, antwortete Jesus nicht: „Jeder muss seinen eigenen Zugang im Gebet finden“. Nein, er lehrte sie beten.

Warum fragte der Jünger Jesus überhaupt?

robin

In der Synagoge hatte er doch bestimmt beten gelernt. Er kannte die Psalmen und die Gebete der Schriften. Doch er wollte von Jesus beten lernen, denn offensichtlich war Gott mit ihm.

Also lehrte Jesus seine Jünger, zu beten.

Er sagte: „Wenn ihr betet, so sprecht.“ Er gibt ihnen also ein Gebet, dass wir so gut kennen und doch nicht kennen. Wahrscheinlich ist es das am meisten gesprochene Gebet überhaupt. Im Zusammenhang gibt Jesus uns auch Hinweise auf die richtige Herzenshaltung beim Gebet. Z.B. sollen wir nicht plappern wie die Heiden. Leider wird genau das beim Vaterunser so oft getan: Wie oft "plappert" man es einfach auswendig auf, ohne wirklich darüber nachzudenken?

Lasst uns aber wegen all solchen Missbrauches das Vaterunser nicht wegtun. Denn dieses Gebet hat Jesus uns gelehrt. Martin Luther betete das Vaterunser täglich mit eigenen Worten. Er sagte, man solle innehalten und es nicht zu Ende beten, falls einem der Heilige Geist an einer Stelle etwas lehre. So bete ich z.B. in meinen eigenen Worten in der Art Luthers:

„Vater unser im Himmel.... Es ist wunderbar Dich bei diesem Namen anrufen zu können und das ist nur möglich in Christus, Deinem Sohn den du gesandt hast. Ich danke dir für deine Güte und Treue für mich und nicht nur für mich sondern auch für alle meine Geschwister im Glauben. Du Regierst im Himmel und doch dürfen wir Dich Vater nennen. Dir kann ich vertrauen, Du hörst mein Gebet..." usw.

Es ist natürlich auch hilfreich sich im Vornhinein mit dem Vaterunser auseinanderzusetzen, z.B. indem wir Parallelstellen nachlesen.

Luther betete auch regelmäßig die zehn Gebote. Er sagte:

„Ich nehme jedes Gebot zum ersten als eine Lehre an …. und denke, was unser Herr Gott darin so ernstlich von mir fordert. Zum zweiten mache ich eine Danksagung daraus, zum dritten eine Beichte, zum vierten ein Bitte.“

Übertragen auf das Vaterunser würde es beispielhaft so aussehen: „Geheiligt werde dein Name...“

(Lehre) Dein Name ist heilig und wir als Deine Botschafter auf Erden tragen Deinen Namen.

(Dank) Ich danke Dir, dass Du mir in Christus deinen Geist gegeben hast, damit ich Dein Zeuge sein kann

(Buße) Vater, vergib, wo ich Dich nicht als Vater angenommen habe und Deinen Namen als Dein Sohn verlästert habe. Ich habe Deinem Namen heute [in dieser Situation] keine Ehre gemacht.

(Bitte) Vater, erfülle mich mit Deinem Heiligen Geist, hilf mir, auf Deine Ehre bedacht zu sein und nicht auf meine. Hilf den Gemeindeleitern, dass sie in Weisheit deine Gemeinde leiten, dass Menschen zum Glauben kommen und Dein Name geehrt wird...

AMEN

P.S. Wen das "kalt und unlistig zum Beten" lässt (oder macht), der prüfe sich selbst. Luther wird als leidenschaftlicher Beter beschrieben, der sagte:

"Ich habe soviel Arbeit, dass ich nicht auskomme ohne täglich mindestens drei Stunden meiner besten Zeit dem Gebet zu widmen." oder
"Wenn ich auch nur einen einzigen Tag das Gebet vernachlässige, verliere ich viel vom Feuer des Glaubens."

Robin Frey, Mannheim, 13.12.2019

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar





Wir nutzen Cookies!

Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Webseite Cookies auf Ihrem Gerät speichert. Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die die Webseite verwendet, um die eingebauten Funktionen zu verbessern und Ihren Besuch effizient zu gestalten.

Klicken Sie auf  "Akzeptieren", um sich eine voll funktionsfähige Webseite anzusehen, oder informieren Sie sich zunächst über die Details unserer Cookies, des Impressums sowie der Datenschutzbestimmung.