Jesus, was bringt es mir wegen dir alles aufzugeben?

"Sag mal, Jesus, jetzt hab ich wegen dir wirklich alles aufgegeben: Meinen Job, ein sicheres Einkommen, ja, auch einiges von meinem Besitz (wobei ich zugeben muss, dass ich nicht sonderlich reich war)... Ich bin kaum noch zuhause - immer nur mit dir unterwegs... Ich hänge eigentlich gar nicht mehr mit meinen alten Freunden ab. Und ganz zu schweigen von meinen Träumen und meiner Lebensplanung: Alles habe ich für dich aufgegeben."

"Aber jetzt mal ganz ehrlich, Jesus: Was habe ich eigentlich davon?"

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Diese Worte klingen frustriert und undankbar, nicht wahr? "Ein guter Christ darf so nicht denken," höre ich manch einen sagen. "Bedenke: Du bist errettet! Ist das nicht genug, damit wir unser Kreuz auf uns nehmen? Unsere Leidenszeit hier ist nichts im Vergleich zu der kommenden, immer währenden Herrlichkeit bei ihm im Himmel..." und so weiter und so fort. Doch wenn wir ehrlich zu uns selbst sind: Solche Worte helfen uns nicht weiter, wenn wir gerade eine "Kosten-Nutzen-Rechnung" unseres Lebens erstellen. Sie vertrösten uns nur auf eine Zukunft, die wir uns gar nicht vorstellen können - erst recht nicht, wenn wir gerade unser Leben mit Jesus hinterfragen. Da wollen wir nicht auf eine Zukunft vertröstet werden, die schon 2.000 Jahre auf sich warten lässt. Da wollen wir eine aktuelle Antwort: Was habe ich jetzt (!!!) davon, Jesus hingegeben nachzufolgen???

Wusstest du, dass diese Frage gar nicht wirklich von mir kommt, sondern von Petrus? Sieh hier:

"Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür zuteil?" (Matthäus 19,27)

(Danke, Petrus, dass du den Mut hattest, öffentlich und für alle anderen diese Frage auszusprechen.) Eine Frage, die sich gar nicht so wenige Nachfolger von Jesus heute noch stellen. Nur tun sie das nicht unbedingt öffentlich - wie gesagt: "Das tut man nicht!". Aber unter vorgehaltener Hand, oder zumindest in Gedanken, tun es so einige.

Und Jesus? Wenn du den Text gerade in der Bibel nachgelesen hast, warst du bestimmt so neugierig und hast auch die Antwort von Jesus dazu gelesen, oder?

Ich bin wieder einmal so beeindruckt von meinem Jesus!

Er ist nicht so engstirnig, wie wir! Er strahlt Petrus an und sagt:

"Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meines Namens willen, der wird es hundertfältig empfangen und das ewige Leben erben." (Matthäus 19, 28+29)

Und nein: Bevor du denkst, dass Jesus hier vom Himmel (Ewigkeit, "einst bei ihm") spricht, lies weiter und verstehe, dass Jesus JETZT auf dem Thron sitzt und wir alle JETZT schon mit ihm "richten". Denn Jesus spricht von der "Wiedergeburt", die dann geschieht, wenn wir mit dem Heiligen Geist erfüllt und zu Kindern Gottes werden. Und dies kann deshalb jetzt schon geschehen, weil Jesus in den Himmel zurückgegangen ist und dort auf dem Thron sitzt:

"Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes." (Markus 16,19)

"Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes." (Kolosserbrief 3,1)

...und so weiter!
Ja, der aufmerksame Leser wird einwenden, dass Jesus seine Jünger auch vertröstet, denn er spricht von der Zeit nach seiner Auferstehung. Doch zu diesem Zeitpunkt handelte es sich nur noch um wenige Tage, bzw. Wochen, oder höchstens Monate. Und wenn du verstehst, was die Jünger von ihrer Nachfolge haben, dann siehst du, dass sie diesen "Lohn ihrer Nachfolge" bereits zu diesem Zeitpunkt auslebten - noch nicht so gewaltig, wie später nach Pfingsten. Aber doch schon enorm gewaltig.

Also: Jesus sitzt schon jetzt auf dem Thron. Und er hatte Petrus gesagt, dass zu diesem Zeitpunkt er auch auf einem Thron sitzen wird! Er soll auch (wie Jesus) herrschen, richten, verurteilen, begnadigen usw. All das steckt in dem Wort "krino" (Strongs #G2919). Und wie gut, dass Petrus allgemein gefragt hatte ("Was haben WIR davon?"). Denn so antwortet Jesus auch allgemein und wir dürfen verstehen, dass damit eben nicht nur ein von der Kirche erhobener "Heiliger Petrus" gemeint ist, sondern du und ich auch!

Wir sollen mit Jesus in dieser Welt herrschen!

Herrschen hat nichts mit Unterdrücken oder "für sich selbst leben" zu tun. Das Herrschen bei Jesus sieht so aus:

"Er rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten; und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Kranken zu heilen." (lies den Text ruhig mal weiter bis einschließlich Vers 6: Lukas 9,1ff)

"Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein." (Matthäus 23,11)

Zu herrschen bedeutet zu dienen. Wir dienen einander und unseren Mitmenschen, in dem wir unsere gottgegebene Kraft und Vollmacht ihnen zur Verfügung stellen. Wir tun dies im Alltag, Zuhause, auf der Arbeit, in den Krankenhäusern, Supermärkten, oder in Gemeinden. Einfach überall strecken wir unsere Hände aus zu denen, die Hilfe benötigen und befreien Sie von dem, was sie belastet, seien es Krankheiten, Dämonen, Sorgen, Ängste oder was auch immer.

Zeugnis: Vorgestern durfte ich mit einer Frau aus unserem LifeTeam zu einer Bekannten von ihr fahren. Diese Frau litt darunter, dass sie seit 12 Jahren verschiedene Stimmen in sich hört. Sie war damit natürlich bei Ärzten, in Psychiatrien und Krankenhäusern. Natürlich gab man ihr Medikamente gegen diese Wahnstörungen. Doch die halfen nur, die Stimmen zu dämpfen, nicht aber loszuwerden. Das sei unmöglich. Aus menschlicher Sicht können wir die Symptome beschreiben, diagnostizieren. Menschen tun ihr Bestes, um einer solchen Frau so gut es eben geht das Leid zu lindern. Doch aus geistlicher Sicht wissen wir: Hier sind Dämonen am Werk. Nachdem einige dieser Dämonen ausgefahren waren, blieben sie noch eine Zeit lang im Raum und stellten sie sich als "die mächtigen, tamilischen Götter" vor, die "solche wie wir" nicht einfach vertreiben dürften. Sie drohten, wiederzukommen. Sie schimpften, lachten uns aus. Aber sie mussten dennoch ausfahren, weil Kinder Gottes es ihnen befahlen.

Jesus hatte ganz klar gesagt: Wer mir nachfolgt bekommt die Vollmacht zu herrschen! Wir haben DIE göttliche Vollmacht erhalten, mit der wir Menschen, wie dieser Frau, dienen und sie befreien.

EXKURS: Was ist, wenn diese "tamilischen Götter" zurückkommen, dann vielleicht sogar mit Verstärkung und die Frau erneut vereinnahmen (gemäß Lukas 11,24ff)?
Ja, das kann passieren. Deshalb bleiben wir in Kontakt mit ihr. Deshalb ist sie Gottes Kind geworden. Deshalb haben wir sie auf diese Gefahr aufmerksam gemacht. Deshalb haben wir ihr "Strategien" beigebracht, was sie tun kann, damit genau das nicht passiert. Dennoch kann es sein, dass sie wiederkommen. Denn Dämonen wollen "ihren Besitz" zurückhaben. Und wenn es passiert? Dann werden wir wieder da sein und ihnen befehlen zu gehen. Ich kann das so sagen, weil es wieder passiert ist. Wir waren zum wiederholten Mal bei dieser Frau. Dieses Mal hat sie mit uns zusammen den Geistern befohlen. War es das letzte Mal? Mal sehen... Wir sind auf jeden Fall bereit!

Was haben wir davon Jesus nachzufolgen?

Wir haben die göttliche Vollmacht erhalten, über die Welt zu herrschen, indem wir ihr dienen, sie von Leid, Belastung und Krankheit befreien. Ich weiß nicht, was es für Petrus bedeutete. Aber ich denke, dass es auch für ihn das größte Vorrecht war, im Dienst für das Reich Gottes zu stehen. Für mich ist es eine Ehre, Hand, Auge, Ohr und Mund meines Gottes zu sein. So, wie es für manch einem Menschen eine Ehre sein würde, der persönliche Assistent von Bill Gates zu sein, so ist es das für mich: Ich war vorher ein einfacher, meinen Alltag bewältigender Mann, dessen Fokus und Sinn des Lebens auf das Hier und Jetzt lag. Durch Jesus kam ich in die Nachfolge und bin zu einem "König und Priester" ernannt worden, dessen Fokus die verlorenen Menschen sind und dessen Sinn des Lebens "das Große und Ganze des Reiches Gottes" ist (lies Offenbarung 1,6 und Markus 16, 15-18).

Stephan Kobabe, 01.09.2019, Oer-Erkenschwick
Alle Bibelstellen stammen aus der Bibelübersetzung "Schlachter 2000".

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